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Montag, 23. Oktober 2017

Editorial Kongress-Brief Gender-Gesundheit (September 2017)

"Die Würde des Menschen ist unantastbar". Der inzwischen wohl berühmteste Pflege-Azubi Deutschlands, Alexander Jorde, zitiert während der Sendung "Wahlarena" Artikel 1 des Grundgesetzes, um Angela Merkel auf eine substantielle Antwort auf die Zustände in der Pflege, v.a. der Altenpflege festzunageln. Das klappt nur eingeschränkt, denn die Berufspolitikerin entgegnet verklausuliert und umgeht das klare Bekenntnis. Er schafft es aber, dass das Thema auch in "Hart aber fair" beleuchtet wird. Chapeau! Jorde ist einer der (immer noch) wenigen jungen Männer, die den Pflegeberuf gewiss nicht des Geldes wegen erlernen, sondern, wie von der Kanzlerin angeregt, aus altruistischen Gründen. Noch in der Ausbildung muss er feststellen, dass das Pflegepersonal nicht nur mau bezahlt wird, sondern dass auch in die Pflege selbst kaum investiert wird. Nicht der Patient scheint im Mittelpunkt zu stehen, sondern die Bilanz und immer weniger Pflegerinnen und Pfleger sind für immer mehr zu Pflegende verantwortlich. Auf die physische und psychische Überlastung folgt die Krankheit. Resultat: noch weniger Pflegepersonal.

Wie kommt es, dass Pflege zwar in Sonntagsreden ernst genommen wird, sobald es aber zum Schwur kommt und es um Euros geht, schwindet die konkrete Wertschätzung? Die aktuelle OECD-Studie zur Geschlechtergleichheit, zeigt (wie gewohnt), dass Deutschland beim Gender-Pay-Gap – und später Renten-Gap – eher die hinteren Plätze einnimmt. Wiederholt wird betont, dass das Studium von Natur- oder Ingenieurswissenschaften Frauen helfen könnte, dieses Dilemma gar nicht erst entstehen zu lassen. Schön wär's ja; aber zwischen Medizinerinnen, die ja "das Richtige" studiert haben, und ihren männlichen Kollegen tun sich z.T. erhebliche Gehaltsdifferenzen auf. Die Erfahrung zeigt auch, dass der Verdienst in Branchen mit zunehmendem Frauenanteil sinkt. 

Ist gute Pflege nun ein Nice-to-have in einer der reichsten Volkswirtschaften dieser Welt, das möglichst nichts kosten soll? Und wo die Fachkräfte – meist Frauen – wenig kosten (sollen), weil  z.B. an der Werkbank eines Autoherstellers Produkte zum Weiterverkauf entstehen, am (Alten)Pflegebett aber nicht? Jedenfalls werden für mich volkswirtschaftliche Instrumente noch nicht sichtbar, die gute Pflege, zufriedenes Pflegepersonal im Wertschöpfungskontext definieren. "Wertschöpfung" enthält den Begriff "Wert", der mit einer Tätigkeit entsteht. Vielleicht ließe sich der besondere Wert von Pflege indirekt einpreisen? Es könnte doch z.B. volkswirtschaftlich einen Wert haben, wenn sich Angehörige darauf verlassen können, dass die Eltern in guten Händen sind, so dass Töchter oder Schwiegertöchter Vollzeit arbeiten und ausreichend in die Rente einzahlen könnten. Auch für die jetzt 50 bis 60 jährigen Wähler wäre es ein beruhigendes Gefühl, nicht dem gleichen Zukunft entgegen zu gehen, das sie aktuell in Fernsehbeiträgen dokumentiert sehen.

Pflege und Altenpflege gehören auch weiterhin auf die gesundheitspolitische Agenda, aber nicht nur dorthin. Der beschränkende Blick auf gewachsene (Finanzierungs)Strukturen hilft nicht weiter. Hoffen wir auf junge Auszubildende, die sich engagieren und keine Scheu haben, Missstände coram Publico und Kamera zu benennen. Junge Männer tun sich hier traditionell vielleicht leichter...

Dienstag, 22. August 2017

Editorial Kongress-Brief Gender-Gesundheit (Mai 2017)

In Notfällen ist der weibliche Kommunikationsansatz scheinbar nicht der passende. Wenn wirklich schnell gehandelt werden muss, sind Männer laut einer randomisierten Studie des Universitätsspitals Basel offenbar im Vorteil. Um nach einem Herzkreislaufstillstand wertvolle Zeit nicht zu vergeuden, sondern für die Reanimation zu nutzen, braucht es Effizienz, die sich durch schnelle Entscheidungen und durch eine rasche Umsetzung auszeichnet. Klare und eindeutige Anweisungen sind das Gebot der Stunde, ebenso wie eine eindeutige Aufgabenverteilung. Hier kann man/frau sich vorstellen, dass es durchaus auch mal ruppig zugehen kann und sich schnell ein hierarchisches Gefüge bildet. Nicht alle Beteiligten werden dann gleichberechtigt in die Diskussion um das beste Handeln einbezogen. Ein typischer Top-down-Führungsansatz, mit dem viele Männer vertrauter sein und in bestimmten Situationen besser zurecht kommen mögen als Frauen. Einer übernimmt die Verantwortung und damit auch das Risiko des Handelns.

Tatsächlich zeigt die Erfahrung vieler Führungskräfte, unterschiedlicher Branchen, dass Mitarbeiterinnen, die mit mehr Verantwortung oder einer höheren Position betraut werden sollen, diese neue Herausforderung häufig gar nicht begrüßen und sogar ablehnen. Sich qua Verantwortung zu exponieren und gelegentlich auch zu sagen wo es lang geht, fällt vielen – trotz guter Ausbildung – schwer. Zu groß scheint die Furcht, sich unbeliebt zu machen und kritisiert zu werden. Liegt es am Geschlecht, an der Erziehung (noch immer?), die schon bei kleinen Mädchen die Zaghaftigkeit fördert – oder an beidem? Wie weit dagegen ein junges Mädchen kommen kann, wenn ihr v.a. durch den Vater genügend Vertrauen und auch Hilfe entgegen gebracht wird, zeigt sich in der jungen Einhandseglerin Laura Dekker: nämlich um die Welt. Mit ihrem Segelboot hat sie im zarten Alter von 16 Einsamkeit und Stürmen getrotzt, fremde Länder "erobert" und viele Probleme an Bord selbständig gelöst.

Die Studie aus Basel ist auf jeden Fall wichtig und aufschlussreich, nur sollten nicht die falschen Schlüsse daraus gezogen werden, etwa nach dem Motto: Frauen seien im Notfall eben doch das "schwache" Geschlecht. Vielmehr sollte weiterführenden Fragen nachgegangen werden. Zum Beispiel der, wie Ärztinnen im echten Leben agieren und nicht im Studiensetting, das auch als Prüfungssituation wahrgenommen werden könnte. In kompetitiven Situationen, also auch in Prüfungen, schneiden weibliche Teilnehmer häufig schlechter ab – auch weil Selbstzweifel am eigenen Können oft im Weg stehen.

Eine andere, ältere Untersuchung hat zum Beispiel gezeigt, dass Ärztinnen Patienten, unabhängig vom Geschlecht gleich lang reanimieren, während ihre männlichen Kollegen, sich für Frauen weniger Zeit für eine  Wiederbelebung nehmen.

Vielleicht kann man/frau ja voneinander lernen und nützliche Kombination aus den unterschiedlichen Kommunikationsmustern entwickeln; auch für Notfälle.

Donnerstag, 9. März 2017

Editorial Kongress-Brief Gender-Gesundheit (Februar 2017)

Aschermittwoch ist vorbei und der 1. April noch fern; doch die "Beruf und Karriere"-Redaktion der F.A.Z. (04.03.17) schien zum Scherzen aufgelegt: "Wir brauchen eine Männerquote für Ärzte". Kein Witz. Der Autor des Gastbeitrags, pensionierter Chefarzt und Radiologe, fordert eine Männerquote für Studienanfänger der Medizin und sorgt sich um ausreichende medizinische Versorgung, angesichts des kontinuierlich steigenden Anteils weiblicher Medizinstudenten.

Wie bitte? Eine Quote für junge Männer muss her, sobald absehbar ist, dass sich mehr Frauen für ein Medizinstudium immatrikulieren als Männer? Gegner einer (Frauen)quote würden an dieser Stelle mit dem Primat der Qualifikation argumentieren. Und jetzt wird's schwierig; denn nach dem aktuellen Auswahlverfahren erhalten mehr junge Frauen einen der begehrten Plätze, weil sie in einem Schulsystem, dem ein männlich kompetitives System zugrunde liegt, schlicht das bessere Abitur und damit einen besseren Numerus Clausus vorweisen können. 
Der Autor löst das Dilemma, indem er das jahrzehntelang widerspruchslos akzeptierte, NC-Verfahren infrage stellt. Folgt man dieser Logik, scheint die Qualifikation allein durch den Notendurchschnitt nicht mehr aussreichend, sobald Frauen zur ernsthaften Konkurrenz werden. Ein ausführliches Testverfahren, das Fähigkeiten wie "Zuwendung" und "Zuverlässigkeit" prüft, erscheint dem Verfasser geeigneter, da aus seiner Sicht "Medizin (...) eine Erfahrungs- und weniger eine Naturwissenschaft" ist. 

Ein durchaus sinnvoller Vorschlag, um die wirklich zum Heilberuf Befähigten zu bekommen. Aber Vorsicht! In diesem Test kommen gemeinhin dem weiblichen Geschlecht zugeordnete Eigenschaften zum Tragen – die gute Ärzte und Ärztinnen ohnehin kennzeichnen sollten. Wenn in Befragungen männliche Studierende angeben, dass überwiegend Karriere- und Prestigegründe ausschlaggebend bei der Entscheidung für ein Medizinstudium seien und Frauen eher vom Gedanken helfen zu wollen, geleitet sind – wem gäbe ein solcher Test dann wohl den Vorzug? 

Das im Beitrag beschriebene Szenario, dass überwiegend Frauen zu den Studiumsabbrechern zählten, häufig nicht oder nur halbtags im Arztberuf tätig seien und damit den ärztlichen Notstand wenigstens mit zu verantworten hätten, blendet strukturelle Hintergründe konsequent aus. Ein Blick auf die Zahlen der Bundesärztekammer zeigen, dass mit einem geringen Überschuss sich überwiegend männliche Ärzte in berufsfremden Tätigkeitsbereichen tummeln. Hauptverantwortlich für einen beruflichen Ausfall von 10 Prozent der Ärztinnen gegenüber 2 Prozent der Ärzte ist und bleibt jedoch die Elternzeit, die 2015 von 6.722 Ärztinnen gegenüber 205 Ärzten bestritten wurde. Einige Kliniken in der Republik bieten ihren Mitarbeitern ein dem 24/7-Betrieb angepasstes Betreuungsangebot an. Der Unfallklinik Murnau gelingt es damit seit den 1970er Jahren, die Fluktuation in der Ärzteschaft zu verringern und dabei positive Zahlen zu schreiben. 
Auch der Blick über den nationalen Tellerrand macht deutlich, dass die hiesigen Strukturen kein unveränderbares Naturgesetz sind. Beispiel: dank flacher Hierarchien und einer selbstverständlicheren Akzeptanz gegenüber Familien rechnen sich 57,4 Prozent der deutschen Teilnehmerinnen des Biomedical Exchange Programs in den USA deutlich bessere Karrierechancen aus als in Deutschland (2 Prozent). Eine Umfrage des Hartmannbundes von 2014 bestätigt diese beiden Faktoren als größte Hürden für eine weibliche Medizinerkarriere. 

Aber über eine geschlechterparitätische 50:00 Quote ließe sich ja mal nachdenken; sie sollte konsequenterweise auch auf spätere Karrierestufen anwendbar sein, z.B. bei der Vergabe von Chefarztpsosten und Professuren, ebenso wie von Funktionärsposten in den Gremien der Selbstverwaltung und in Fachverbänden. Die Spielregeln jedoch einseitig ändern zu wollen, um prophylaktisch das Verlieren zu verhindern, ist ein Ausdruck von Schwäche.

Dienstag, 14. Februar 2017

Editorial Kongress-Brief Gender-Gesundheit (Januar 2017)

Geschlechterspezifische Prägungen finden früh statt und manifestieren Vor-Urteile selbst schon im Kindesalter bei Jungen und – bei Mädchen, die bereits im Alter von fünf Jahren freiwillig zurückstecken, wenn es darum geht, sich etwas zuzutrauen und die eigenen Stärken in die Wagschale zu werfen. Der Teufelskreis aus Eigen- und Fremderwartung nimmt seinen Anfang und lässt Männer später Dank der im Kindes- und Jugendalter erfahrenen "Ermutigung", der daraus resultierenden persönlichen Einschätzung und dem damit verbundenen Auftreten tatsächlich kompetenter erscheinen als Frauen, die häufig mit der gleichen Expertise aufwarten können, sich aber schlechter "verkaufen". Einfache Psycho-Logik. Mit anderen Worten, wir alle sind nicht frei von Erwartungen, die unser Bild vom eigenen oder dem anderen Geschlecht bestimmen. 

Wen wunderts, wenn noch viele alte "Phantom"-Zöpfe die Denkgewohnheiten beeinflussen, vergegenwärtigt man/frau sich, dass die Frauenemanzipation vor spärlichen hundert Jahren ihren Anfang nahm, dass Frauen erst seit diesem Zeitpunkt überhaupt studieren durften (und das durchaus nicht selbstverständlich), dass gleiche Rechte für Männer und Frauen erst nach dem zweiten Weltkrieg in Artikel 3 des Grundgesetzes überhaupt rechtlich verbrieft sind. Bis also die über viele Jahrhunderte entstandenen Prägungen nicht mehr für selbstverständliche "Wahrheiten" gehalten werden, bis offene und versteckte Vorurteile identifiziert und beseitigt sind, wird es noch eine ganze Weile brauchen.

Manchmal hilft nur ein Trick, der zur Neutralität zwingt, der den Blick auf das wirklich Wesentliche lenkt. Um allein das musikalische Können eines Bewerbers bzw. einer Bewerberin für ein Orchester beurteilen zu können, wurde in den USA bereits in den 1970er und 80er Jahren, das Vorspielen hinter einem Sichtschutz eingeführt; später durch einen Teppich oder durch das Ausziehen der Schuhe ergänzt. Voilá, die Chancen für die künftigen weiblichen Orchestermitglieder steigerte sich und heute sind Profi-Musikerinnen keine Ausnahme mehr.

Auch eine wirklich neutrale, um den Gender-Bias bereinigte, Beurteilung von  Krankheitssymptomen scheint (noch) nicht selbstverständlich. Es ist davon auszugehen, dass die Ärzte und Ärztinnen nicht gezielt handelten, wenn sie 45 Prozent der Frauen gegenüber 31 Prozent der Männer keine adäquate Behandlung eines Blutgerinnsels haben zuteil werden lassen und ihre Patientinnen damit ein höheres Sterberisiko hatten, wie dank einer Untersuchung am John Hopkins Hospital in Baltimore (USA) festgestellt wurde. Die Studienleiter empfehlen unterstützende Checklisten, um im Unterbewusstsein verborgene (Vor-)Urteilsstrukturen, in Aus- und Weiterbildung möglicherweise manifest geworden, auszuschließen. Checklisten sorgen seit langem für vermehrte Sicherheit im Flugverkehr, reduzieren Kompetenzgerangel im Cockpit – und kaum ein Passagier würde heute eine Fluggesellschaft in Anspruch nehmen, die auf die Routine des Sicherheitschecks vor dem Take off verzichten würde. Checklisten ersetzen nicht das ärztliche Urteil, können aber vor subjektiven Trübungen bewahren. 

Sonntag, 11. September 2016

Editorial Kongress-Brief Gender-Gesundheit (Juli/August 2016)




Schwimmen mit Burkini? Nach dem die Sommer- und Feriensaison mit terroristischen Anschlägen tragisch startete, schien mit dem "Burkini-Streit" an Frankreichs Stränden endlich ein wirkliches Sommerthema gefunden. An der Auseinandersetzung um religionskonforme Badebekleidung muslimischer Frauen konnten Urlauber an allen europäischen Stränden teilhaben. Fotos, auch in der Tageszeitung meiner spanischen Sommer-Wahlheimat, zeigten wie eine am Kopftuch erkennbare muslimische Frau, umgeben von leichtbekleideten Geschlechtsgenossinnen sich vor drei mit schusssicheren Westen bewehrten männlichen französischen Polizisten eines Ganzkörperüberwurfs, den sie über ihren Ganzkörper-Badeanzug trug, zu entledigen hatte. Wurden im Spanien der 70er Jahre bikinitragende Frauen noch nachdrücklich dazu angehalten, sich vollständiger zu bedecken, entbehrt 2016 der umgekehrte Anspruch nicht einer gewissen Komik.
Während u.a. im Iran eine "Religionspolizei" mit erniedrigenden Methoden dafür sorgt, dass Frauen sich "züchtig" kleiden und jedes hervolugende Haar ahnden – vollziehen am Strand von Nizza bewaffnete französische Polizisten die gegenteilige Forderung, um das seit August geltende Burkiniverbot durchzusetzen. Nach der jüngsten islamistisch motivierten furchtbaren Terrorattacke am 14. Juli in Nizza, lässt sich die Abwehrreaktion gegen sichtbare muslimische Kleiderordnung v.a. am Strand emotional nachvollziehen. Aber hätte man hier nicht wenigstens weibliche Polizisten auf Strandstreife schicken können? Mit dem Zwang, sich der Verhüllung vor versammeltem Strandpublikum und Handy-Fotografenzu entledigen, ist nicht etwa eine größere Freiheit für die Betreffende gewonnen, sondern sie wird ähnlich wie im Iran an den Pranger gestellt. Nur eben mit umgekehrten Vorzeichen.
Paradoxerweise, und das hat mein Mann sofort erkannt, dient eine Vollverschleierung dazu, Frauen in der Öffentlichkeit unsichbar zu machen, d.h. als eigenständige Personen zu negieren. Der Burkini dagegen macht sie sichtbar(er) – wenigstens am Strand. Warum nicht in kleinen Schritten voran? Vor rund 100 Jahren hatte die weibliche Bademode erstaunlich viel Ähnlichkeit mit dem heute umstrittenen Kleidungsstück; bestehend aus einem Badehäubchen, einem Oberteil mit Ärmeln und Röckchen, das den (damals) "unaussprechlichen" Teil der Dame bedeckte und natürlich den Beinkleidern. Auch die männliche Bademode bezog den Oberkörper mit ein. Wie dem Burkini durchaus ein positiver Aspekt abgewonnen werden kann, zeigt z.B. das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Leipzig, das 2013 entschied, dass Schülerinnen, die einen Burkinin tragen könnten vom Schwimmunterricht nicht mehr dauerhaft befreit würden. In jedem Fall dürfte das Mehr an Stoff den Trainingseffekt beim Schwimmen verstärken. Eine andere Möglichkeit wäre, dass sich z.B. muslimische Männer solidarisch zeigten und gleichfalls ihren ganzen Körper für die Badefreuden bedeckten. Abwegig? Eine Initiative junger Männer der islamischen Republik Iran posten unter dem Hashtag #meninhijab ihre Interpretation von Verschleierung und zeigen sich mit Kopftuch oder im Vollverschleierungsoutfit neben ihren "unbedeckten" Frauen.